Kükendächer

Kükendächer werden häufig auf künstlich errichteten Brutflößen (z.B. für Flussseeschwalben) oder in größeren Kolonien eingesetzt, um die Küken vor Prädation und vor extremen Wettereinflüssen auf den sonst vegetationslosen Flächen zu schützen. Dabei kommen unterschiedliche Materialien zum Einsatz. Ein Dreiecksdach aus Holz ist beispielsweise eine recht einfache und kostengünstige Variante. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Variationen bezüglich Form und Materialien. So ist z.B. auch der Einsatz von Dachziegeln oder Pflanzsteinen möglich.

In selteneren Fällen werden Kükendächer auch zum Schutz von Regenpfeifern eingesetzt. Eine australische Studie konnte durch den Einsatz der Kükendächer den Bruterfolg des Kappenregenpfeifers deutlich erhöhen – jedoch war nicht ganz klar durch welchen Effekt dies gelang (Maguire et al. 2011). Da an Nord- und Ostsee ganz andere Bedingungen herrschen (z.B. Strandbreite, klimatische Bedingungen), ist fraglich, inwieweit Kükendächer auch See- und Sandregenpfeifern weiterhelfen können. Daher möchten wir in einem ersten Schritt überprüfen, ob die Kükendächer von unseren heimischen Regenpfeifern angenommen werden, oder ob diese die nahe Vegetation an den schmaleren Stränden bevorzugen.

Kükenschutzdach. © Sebastian Blüm.
Kükenschutzdach aus Siebdruckplatten. © Sebastian Blüm

Quelle

Maguire, G.S., Duivenvoorden, A.K., Weston, M.A. & Adams, R. 2011. Provision of artificial shelter on beaches is associated with improved shorebird fledging success. Bird Conservation International 21: 172–185. doi:10.1017/S0959270910000420