Bisherige Schutzaktivitäten haben gezeigt, dass mit zum Teil kleinen Maßnahmen große Verbesserungen für den Erhalt der Strandbrüterarten erzielt werden können. Aus diesem Grund wurde das nationale Artenhilfsprogramm Strandbrüter an der deutschen Nord- und Ostseeküste ins Leben gerufen.
Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) e.V. führt das Artenhilfsprogramm in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern durch. Die Gesamtkoordination erfolgt am Michael-Otto-Institut im NABU. Gefördert wird das Projekt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN).
Das nationale Artenhilfsprogramm Strandbrüter
Ziel des Projektes ist es, die Brut- und Mauserplätze der Zielarten in Deutschland besser zu schützen, um die nationalen Brutbestände zu stabilisieren und negative Bestandstrends rückgängig zu machen.
Damit die Schutzmaßnahmen auf breiter Fläche umgesetzt werden können, ist das Projekt auf freiwillige Helfer*innen angewiesen, die sich an der bundesweiten Erfassung der Zielarten und/oder an der Umsetzung der Schutzmaßnahmen beteiligen. Der NABU versucht hierfür neue Mitstreiter*innen im Strandbrüterschutz zu gewinnen oder bereits Aktive zu vernetzen. Zudem bietet er Hilfestellungen bei der Planung von Schutzmaßnahmen an und stellt bei Bedarf Beratungs- und Schulungsangebote.
Zusätzlich wird die Situation außerhalb der Brutgebiete untersucht. Zugwege und Schlüsselgebiete (insb. Überwinterungsgebiete) werden durch Beloggerung von Sandregenpfeifern und Zwergseeschwalben ermittelt, um das Gefährdungspotential durch Offshore-Windkraft auf den Zugwegen analysieren zu können. Hingegen stehen in den Überwinterungsgebieten des Seeregenpfeifers im Senegal die Auswirkungen der Umweltveränderungen durch den Klima- und Landnutzungswandel im Fokus.
Quellen
Gerlach, B., Dröschmeister, R., Langgemach, T., Borkenhagen, K., Busch, M., Hauswirth, M., Heinicke, T., Kamp, J., Karthäuser, J., König, C., Markones, N., Prior, N., Trautmann, S., Wahl, J. & Sudfeldt, C. 2019. Vögel in Deutschland – Übersichten zur Bestandssituation. DDA, BfN, LAG VSW, Münster.
Ryslavy, T., Bauer, H.-G., Gerlach, B., Hüppop, O., Stahmer, J., Südbeck, P. & Sudfeldt, C. 2020. Rote Liste der Brutvögel Deutschlands – 6. Fassung, 30. September 2020. Berichte zum Vogelschutz 57: 13–112. https://www.dda-web.de/voegel/rote-liste-brutvoegel